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Ratgeber · Gebäudesicherheit

Alarmanlage: Funk oder Kabel, und welcher Sicherheitsgrad?

Wie sich Funk- und Kabelanlagen unterscheiden, welche Sicherheitsgrade die Polizei empfiehlt, was Außenhaut- und Fallenüberwachung bedeuten und wer im Alarmfall reagiert.

Von Niklas Scherhaufer & Ivan BeregovojStand: 3 Min. Lesezeit

Dieser Artikel ist nur auf Deutsch verfügbar.

Kurz gesagt
  • Funk eignet sich oft für bestehende Gebäude, Kabel für Neubau und Umbau. Beide können zuverlässig sein, wenn sie richtig geplant sind.
  • Die Polizei empfiehlt Alarmanlagen ab Grad 2. Grad 1 liegt unter den polizeilichen Anforderungen.
  • Grad 2 reicht laut Polizei für den Schutz kleinerer Wohnobjekte, Grad 3 ist für Objekte mit erhöhtem Risiko gedacht.
  • Am besten wirkt die Kombination aus mechanischer Sicherung und Alarmanlage.

Funk oder Kabel

Bei einer Kabelanlage sind Melder und Zentrale über Leitungen verbunden. Sie braucht keine Batterien in den Meldern und ist unempfindlich gegen Funkstörungen. Leitungen lassen sich vor allem bei Neubau und Umbau gut einplanen.

Eine Funkanlage überträgt die Meldungen per Funk. Das spart Bohr- und Stemmarbeiten und ist deshalb im Bestand und in Mietwohnungen oft die bessere Wahl. Dafür müssen die Batterien der Melder regelmäßig getauscht und die Funkstrecken bei der Planung geprüft werden.

Sicherheitsgrade: was die Polizei empfiehlt

Alarmanlagen werden in Grade von 1 bis 4 eingeteilt. Die Polizei schreibt dazu in ihrer Checkliste: Grad 1 liegt unterhalb der polizeilichen Anforderungen und wird nicht empfohlen. Grad 2 reicht für den Schutz von Personen und kleineren Wohnobjekten. Grad 3 ist für Wohnungen und kleinere Gewerbeobjekte mit erhöhtem Risiko gedacht, Grad 4 für Objekte mit hohem Risiko.

Außenhaut oder Falle

Bei der Außenhautüberwachung melden Öffnungs- und Glasbruchmelder an Türen und Fenstern schon den Versuch, ins Gebäude zu gelangen. Bei der Fallenüberwachung erfassen Bewegungsmelder im Inneren, dass sich jemand im Haus bewegt. Die Polizei fragt in ihrer Checkliste ausdrücklich, welche Art gewünscht ist. Oft ist eine Kombination sinnvoll: Außenhaut für den frühen Alarm, Fallen als zweite Linie.

Wer reagiert im Alarmfall?

Eine Sirene macht aufmerksam, ruft aber niemanden. Legen Sie vorher fest, wer eine Meldung bekommt und was dann passiert. Für eine Weiterleitung an eine ständig besetzte Stelle nennt die Polizei die sogenannte Fernalarmierung. Einen Wachdienst beauftragen Sie gesondert, meist gegen eine monatliche Gebühr.

Mechanik zuerst, Alarm als Ergänzung

Die Polizei empfiehlt, mechanische Sicherungstechnik und elektronische Überwachung sinnvoll zu kombinieren. Eine Alarmanlage meldet einen Versuch, aufhalten müssen ihn Türen und Fenster. Für Planung und Einbau empfiehlt die Polizei qualifizierte, erfahrene Errichter.

Checkliste

  • Funk oder Kabel nach Gebäude entschieden
  • Sicherheitsgrad passend zum Objekt (Polizei: ab Grad 2)
  • Außenhaut und Innenraum geplant
  • Alarmierung festgelegt: wer, wie, was dann
  • Mechanische Sicherung von Türen und Fenstern geprüft

Häufige Fragen

Ist Funk unsicherer als Kabel?

Nicht grundsätzlich. Entscheidend sind der Sicherheitsgrad der Anlage, eine geprüfte Funkstrecke und die regelmäßige Wartung der Batterien.

Verlangt meine Versicherung eine bestimmte Anlage?

Manche Hausrat- oder Gewerbeversicherer stellen Anforderungen, etwa eine VdS-Anerkennung. Fragen Sie das vorher nach. Wir planen dann entsprechend oder sagen, wenn wir es nicht erfüllen können.

Quellen

  1. Polizeiliche Kriminalprävention (K-EINBRUCH): Alarmanlagen, Checkliste Einbau ÜMA/EMA

Stand 1. Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Fördermittelberatung. Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die verlinkten Quellen in ihrer jeweils aktuellen Fassung.